Pressestimmen

 
Rezension
CD Stéphane Blet

Mit seiner Einspielung der Klaviersonaten von Stéphane Blet stellt Jean Muller sein pianistisches und musikalisches Talent unter Beweis. Eine hervorragende Interpretation von hoher Tonqualität.

Jean Mullers ausgezeichnete Interpretation kann sich einer hervorragenden Technik und schier grenzenloser Phantasie rühmen. Dadurch gelingt es dem Pianisten, Kontraste herauszuarbeiten und Klanglandschaften zu schaffen, die fast unbemerkt zwischen sturmdurchtobter Heide und dem fahlen Licht der Wintersonne wechseln. Unter diesem Aspekt sollte man vor allem die Sonate n°6 „Le baiser de Satan“ und die Suite érotique opus 110 hören, die ich persönlich weniger erotisch, aber sehr sinnlich und geradezu betörend finde. Für Klavierliebhaber ist die CD ein Muss. Die intensive Klangwelt des Komponisten kommt durch die hohe Tonqualität, für die der Pianist selber verantwortlich zeichnete, zu voller Entfaltung.

Mathias Heizmann, arte.tv

CD-Tipps - 20.11.2007

 

Rezension
 Beethoven VIII, Ettelbruck

Pianistischer Höhenflug in Beethovens letzter Sonate.

Markanter Abschluss im CAPe

…Jean Muller will - auch seine intensive verbale Auseinandersetzung mit Beethoven im Programmheft untermauert dies - mit seinem Klavierspiel Emotionen vermitteln. Dies gelingt ihm optimal in der allerletzten Sonate op.111, genauer gesagt, vom Beginn der Durchführung des ersten Satzes an, wo die polyphonen Verwicklungen des Hauptthemas in aller Deutlichkeit ausgebreitet werden und die Leidenschaftlichkeit diese c-Moll-Satzes betonen. Fabelhaft dann in der Arietta das Gleichgewicht zwischen strukturellem Durchblick und Emotionalität. Durch die vom Komponisten ausdrücklich geforderte Beibehaltung des Anfangstempos kann sich ein riesiger Bogen spannen. Er reicht von der systematischen Verkürzung der Tondauern, die mit dem drive der 3. Variation beim heutigen Hörer sogar Assoziationen von Boogie hervorruft, über die völlige rhythmische und harmonische Auflösung der melodischen Konturen und atemberaubenden Trillerketten bis zur Wiederkehr des Themas in ätherischen Gefilden.

Sekundenlange ergriffene Stille, gefolgt von stehenden Ovationen waren die angemessenen Reaktionen des gut besetzten Auditoriums auf diesen pianistischen Höhenflug.

 

Johannes Schmidt, Luxemburger Wort - 24.03.2009

 

 

 

Rezension
Gipfelstürmer an den Tasten

Beethovens "Hammerklaviersonate" und die "Goldberg-Variationen" von Bach zu spielen, ist für einen Pianisten ungefähr das, was für einen Bergsteiger die Bezwingung eines Achttausenders bedeutet: Höchstleistung ist gefordert... Schon die einleitende Aria zu den Goldberg-Variationen machte deutlich, dass Mullers Interpretation weit über eine werktreue, bei manchen Pianisten doch etwas spröde Wiedergabe hinausging. Da klangen vor allem die langsamen Teile sehr lyrisch, ausdrucksvoll, fast romantisch. Dadurch wurde der Gegensatz zu den temperamentvollen Variationen noch größer... Auch die hohen technischen Anforderungen meisterte er scheinbar mühelos. Saubere Triller, extreme Tonsprünge, perlende Läufe in höchstem Tempo und das schwierige Ersetzen eines zweiten Manuals (...) durch Übergreifen der Hände gelangen ihm vorzüglich. Musikalisch machte er die 30 Variationen zu einer spannenden Sache(...) und zeigte, wie temperamentvoll und lebendig, gleichzeitig aber auch zart und durchsichtig diese Musik sein kann. Ein Bach voller Emotionen!

Dann folgte die Hammerklaviersonate... Hier konnte der Pianist mit seiner stupenden Technik und seinem emotionalen Spiel erneut brillieren. Besonders eindrucksvoll gestaltete er den langsamen dritten Satz, in dem er einen ungeheuer intensiven Spannungsbogen aufbaute, der sich dann im Allegro in einer wahnwitzigen, technisch an die Grenzen des Machbaren gehenden musikalischen Kaskade entlädt. Muller hatte den Berg erklommen - und die Zuhörer empfanden das gleiche Glücksgefühl wie ein Bergsteiger auf dem Gipfel.

Edith Reim, Süddeutsche Zeitung - 23.1.2008

 

Rezension
Poetischer Gipfelstürmer

Der Pianist Jean Muller bei den Internationalen Fredener Musiktagen

Der 27-jährige Pianist aus Luxemburg kann manuell enorm viel – was aber nicht genug wäre. Er hat auch das, was darüber hinaus erforderlich ist: Seele, sein Spiel lässt niemanden kalt… Bewundernswert ist sein Liszt. Da erweist Muller sich – etwa in der Etude d’execution transcendante nr.11 „Harmonies du soir“ als Poet am Klavier, als Klangzauberer in „Nuages Gris“. Und dann, in „Réminiscences de Don Juan“, da ist er wie verwandelt: kraftvoll, ekstatisch, verführerisch, brillant, auch im Fortissimo niemals brutal, mitreißend...

Andreas Bode, Hildesheimer Allgemeine Zeitung - 10.8.2007

 

 

Rezension
 SACD Chopin

...Langsam, aber sicher ist er seinen Weg gegangen, kontinuierlich reifend, ständig an sich selbst arbeitend. Seine Chopin-CD ist seine Meisterarbeit. Das Technische beherrscht er scheinbar mühelos. Den Anschlag kann er bis in feinste Schattierungen differenzieren. Die interpretatorische Durchdringung ist bis ins Kleinste ausgefeilt. Von jedem der hier gespielten Stücke erfasst er das Charakteristische scharf und sicher und drückt es mit stupender Präzision aus, die Kongruenz von Geistigem und Technischem auf wunderbare Weise herstellend. Müller hat Autorität. Müller ist eine Autorität...

Remy Franck, Pizzicato - 03/2006

 

Rezension
Concours Poulenc

...Alles ist da : die Finger, der Kopf, das Herz.

Jean-Claude Pennetier

Le Populaire du Centre - 22.12.2004